NULL NULL NUDEL: LIZENZ ZUM ABKLATSCHEN

Italienische Agenten rund um die Welt

Agenten

Die Welt ist eine Auster. In achtzig Tagen um den Erdball zu reisen, galt vielleicht zu Zeiten Jules Vernes noch als Vorrecht einiger weniger Kosmopoliten, doch im Zuge der medialen Vernetzung des gemeinen Bürgers hat sich der Globus zu einem Zauberwürfel gewandelt, an dem jeder (auch jeder Depp) fleißig herumwürfeln kann. Die unglückliche Folge dieser an sich ja grunddemokratischen Entwicklung war freilich, daß die Welt dem Zauberwürfel gefolgt ist: Nach einigen Stunden frustrierten Rumgewurschtels landete sie in der Ecke, zwischen den anderen abgelegten Spielzeugen.
Wie rosig waren dagegen die Verhältnisse in den swingenden Sechzigern! Da konnte man noch einer Haremsdame in Abu Dhabi unter den Schleier schielen und wußte das Privileg richtig zu schätzen. Natürlich wogten auch die Leinwände im Rhythmus der Weltmusik, und der Klang der Farben umblies so manches provinzielle Herz mit dem Fahrtwind der Sieben Meere. Das Filmgenre, mit dem die Zurschaustellung fremder Häfen und Höfe wohl am meisten verknüpft wurde, war der Spionagereißer, in denen Agenten vom Schlage eines James Bond wilde Abenteuer erleben durften - und wir mit ihnen! Da ja die Italiener gerne den Finger am Puls der Zeit haben, ging auch für die Mittelmeerspione der Vorhang auf. Im folgenden eine Auswahl der hübschesten Vertreter dieser prima Schwippschwappwelle.

OPERATION HEISSE SÜLZE

Das italienische Westernkino hat einigen wirklichen Meistern Gelegenheit geboten, wertvolle Erfahrungen im Staub der Prärie zu sammeln, die sie hernach auch in anderen Filmgattungen nutzbringend anwenden konnten. Sergio Sollima ist solch ein Fall, kennt man ihn doch hauptsächlich wegen seiner drei großartigen Western LA RESA DEI CONTI, FACCIA A FACCIA und CORRI UOMO CORRI, die auch seine persönliche Hochwassermarke darstellen. Nach diesen Genrehöhepunkten drehte er drei beachtliche Thriller, bevor er sich dann - nach seiner extrem erfolgreichen SANDOKAN-Reihe - dem Fernsehen zuwandte. Obwohl er eigentlich mehr dem kopflastigen Lager der italienischen Filmemacher zuzuordnen ist, hat er seine intellektuellen Ideen (wie auch seine Liebe zum Kino) stets unauffällig, aber effektiv in Unterhaltungsfilme eingearbeitet. Seine ersten drei vollständig eigenständigen Regiearbeiten waren erstklassige Agentenfilme, mit denen ich diesen Artikel gerne beginne!
Wie nicht anders zu erwarten, fahren seine beiden AGENTE-3S3-Filme (gedreht unter dem Pseudonym "Simon Sterling") mit den Konventionen der Bond-Filme heftig Schlitten. Der erste von beiden ist AGENTE 3S3: PASSAPORTO PER L'INFERNO (AGENT 3S3 KENNT KEIN ERBARMEN, 1965). Giorgio Ardisson (ausnahmsweise mit dunklen Haaren) darf hier im Rahmen einer Ko-Produktion der westlichen und östlichen Geheimdienste den Aktivitäten eines scheinbar neutralen Spionageringes nachspüren, der - im Auftrage eines Ex-Agenten namens Henry Dvorak - versucht, Unfrieden zwischen den Großmächten zu säen. 3S3 klemmt sich zunächst an die Hufe der hübschen Tochter des entführten Wissenschaftlers Dickson, Irma. Obwohl Irmchen zu Beginn noch zögert, geht sie vor Ardissons arrogantem Prollcharme bald in die Knie. Die Reise führt von Wien über die Türkei in den Libanon. Am besten gefielen mir die Passagen in Wien, zu denen u. a. eine erstklassige Beatclub-Szene gehört (Song: "C'mon, let me tell ya" ist hitparadenverdächtig!), in der Giorgio von einigen richtig rotzigen Rümpeln angemacht wird, dann nett entgegnet: "Wieso, ich amüsiere mich hier prächtig!" und dem Chefrocker seelenruhig ein Glas Bier über den Kopf schüttet. Das führt dann zu Kampfhändeln und zu einer aufregenden Autojagd. (Auch hier schmiert schmissige Beatmusik den Fluß der Handlung.) Der Film profitiert von der sicheren Inszenierung, die die Einzelszenen mit einer gehörigen Portion interner Spannung ausstattet. Leider ist das Drehbuch aber nicht in der Lage, diese Spannung über die ganze Laufzeit durchzuhalten, da die überkomplizierte Storyline (Hemmschuh so vieler Spionagefilme) den Geschehnissen den langen Atem raubt. Immerhin wird das Agentengeschäft als ausgesprochen schmutzige, ehrlose und harte Tätigkeit dargestellt, in der die sich sonst erbittert bekriegenden Großmächte (im Westen repräsentiert von Tom Felleghy, im Osten von Fernando Sancho) auch mal ins selbe Horn blasen, bevor es dann wieder zur Sache geht.
Ein wesentlich zusammenhängenderes Drehbuch besitzt der zweite Film, AGENTE 3S3: MASSACRO AL SOLE (AGENT 3S3 POKERT MIT MOSKAU, 1966). Nach dem tollen Vorspannsong "Trouble Galore" wird 3S3 auf die Insel San Felipe geschickt, wo der größenwahnsinnige General Fernando Sancho nicht nur die Bevölkerung unterdrückt, sondern auch einen schwunghaften Waffenhandel betreibt. Daß er sich jetzt auch der Dienste des Wissenschaftlers Carlston (DJANGO-Bösewicht Eduardo Fajardo) versichert hat, schmeckt dem Westen ganz und gar nicht. Und da auch der Osten seine Vorbehalte hat, schickt ihm der KGB noch den großen bösen Frank Wolff auf den Hals.
Nach einer praktischen Lektion in Sachen Waffenhandel (Flugzeug gerät ins Schlingern, worauf man die Verladeluke öffnet und die Besatzung herauspurzeln läßt, die leichter zu ersetzen ist als die Ladung) wird 3S3 - der sich selbst als Waffenhändler ausgibt - vom Diktator mit offenen Armen empfangen. Als Leckerli am Rande gibt es noch einen faschistisch gedreßten Michel Lemoine als Sicherheitschef (stets flankiert von äußerst gefährlich aussehenden Hunden) und das Teufelsweib Josefa, die ihre beste Szene hat, als sie die Wehrsportübungen der Soldaten unterbricht, um eine kleine Demonstration des Panzerfaustgebrauchs zu geben: Sie hält einfach ungerührt auf eine Traube Soldaten, die dann alle lustig den Weg runterkullern... Man gewinnt ganz den Eindruck, daß Menschenrechte hier nicht großgeschrieben werden.
3S3 muß sich dann noch mit einer Horde wohlorganisierter Freiheitskämpfer herumschlagen und einer britischen Kollegin, die alles in allem ganz schnuckelig aussieht. Bevor dann Doktor Fajardo seine Giftgasraketen abzufeuern vermag, kommt es zu einem finalen Großgeballer, das die Fronten klärt... In der deutschen Fassung fehlen angeblich 30 Minuten.
In Deutschland wurde auch noch Mino Guerrinis Nouvelle-Vague-Thriller OMICIDIO PER APPUNTAMENTO herausgebracht als AGENT 3S3 SETZT ALLES AUF EINE KARTE, der mit den anderen beiden Filmen außer dem Hauptdarsteller nicht viel gemein hat, aber in jedem Fall ein echtes Schnäppchen darstellt. Sollima drehte noch den rabenschwarzen REQUIEM PER UN AGENTE SEGRETO (DER CHEF SCHICKT SEINEN BESTEN MANN), in dem der elegante Charme von Held Stewart Granger aufs Trefflichste mit seinen sehr wohlfeilen Methoden kollidiert. Danach begab sich Sergio in den wilden Westen und schuf seine besten Filme. Giorgio Ardisson hat mittlerweile den Löffel gereicht. Wer ihn mit heruntergelassenen Hosen erleben will, kann dies tun in Mario Sicilianos EROTIC FAMILY. Leider ist er nicht in den Hardcoreszenen drin; das wäre einfach zu schön gewesen... Dann hätte man mit Fug und Recht behaupten können: Agent 3S3 setzt alles auf eine Karte!

KENNWORT BLAUE KAKERLAKE

Also, es ist nämlich so: Bevor er die "Tagesthemen" gemacht hat, war Ulrich Wickert Schauspieler in Italien! Die wenigsten wissen das, jaja. Als "Alberto Lupo" begeisterte er die Massen in zahlreichen Kostümfilmen und Abenteuerschnulzen. Und einen Agenten mimte er, nämlich in Umberto Lenzis 1965 gedrehten A 008 OPERAZIONE STERMINIO (HEISSE GRÜSSE VOM C.I.A., 1965), dem besten von etwa drei oder vier Genrefilmen des Regisseurs.
Agent 606 des britischen Geheimdienstes (Lupo) wird nach Kairo beordert, wo ein Professor einst ein Anti-Radar-Dingsda erfunden hat, mit dem jetzt eine Masse Schindluder getrieben wird. Zur Hand geht ihm hierbei Agent 008 aus Amerikanien, der sich als die wunderhübsche Ingrid Schoeller erweist. Diese Erika Blanc ziemlich ähnlich sehende Spionistin läßt sich in einem dubiosen Nachtclub als Sängerin dingen, um Anschluß zu finden. Ein Orientale namens Tsatsiki (oder so ähnlich) macht ihr Vorhaben einfach, denn er lädt sie zu sich nach Hause ein... unter dem Vorwand, ihr unbedingt seine Jadesammlung zeigen zu müssen. (Manche Menschen schrecken vor nichts zurück!) Der Chinamann wird aber gemeuchelt, und los geht die wilde Hatz: Lupo schmeißt einen Angreifer kurzerhand vom Turm, Ingrid läßt sich von einem grimmig aussehenden Sal Borgese mit einer Art Freddy-Krueger-Gedächtnis-Handschuh quer über den Basaar jagen und landet im Schönheitssalon "Charmant". Als man dann den Erfinder (einen Schweizer namens Hans Mainz!) gefunden zu haben glaubt, ruinieren böse Hände erst die Bremsleitung von Lupos Auto und versuchen dann, das Agentenpärchen zu vergasen. (Die Bemerkung von Ingrid - "He must have been a member of the SS!" - ist wohl etwas geschmacksunsicher.) Schließlich gelingt es den beiden aber, die Radarfalle von Kairo zu zerstören. Die Pläne freilich sind noch nicht geborgen, und so begeben sich die beiden Guten in die Schwyz, genauer, gen Zermatt, wo der Oberbösewicht genüßlich zermattet wird.
Das Format des Filmes ist eher das einer Parodie, stets darum bemüht, die eigene Storyline ad absurdum zu führen. Natürlich liest Lupo "Leben und sterben lassen"; natürlich techteln und mechteln die beiden Protagonisten ständig miteinander herum; und selbst die Geschichte mit den Erkennungsparolen wird verulkt. ("Das Baby hat Fieber!" - "Dann bleiben Sie gefälligst zuhause, Sie Depp!") Die Sehenswürdigkeiten von Ägypten werden sattsam vorgeführt; warum auch nicht. Ivano Staccioli gibt einen guten Schurken ab - was soll er mit seinem Gesicht sonst auch anfangen? Insgesamt eine höchst unterhaltsame Angelegenheit, deren Humor hier nicht von einer prolligen Synchro stammt, sondern einem spaßigen Drehbuch. Ob der Film hier auch auf Video rausgekommen ist, weiß ich nicht. Meine Fassung war auf englisch mit venezuelanischen Untertiteln! Erwähnt sei auch noch die gute Musik von Lavagnino, dessen Kompositionen zu den Margheriti-SF-Filmen aus den Sechzigern jetzt auf CD vorliegen und eine echte Anschaffung darstellen.
Ein weiterer Lenzi ist LE SPIE AMANO I FIORI (DIE HÖLLENKATZE DES KONG-FU), der im Folgejahr entstand und bei uns als HELL CATS auch auf Video erschien. (Da hat die Katze also Junge bekommen...) Die Videofassung dieses Filmes ist von beeindruckender Hunzqualität und macht aus einem ansonsten eher mittelprächtigen Spionagereißer der ernsten Sorte ein surreales Kabinettstückchen. Tatsächlich war ich nicht in der Lage, herauszufinden, wovon das Ganze eigentlich handelt!
Beginnen tut das Spektakel mit einem Stierkampf, bei dem nicht nur der Stier zu gewinnen scheint (ich persönlich applaudiere jedem Stier, der einen Torero plattmacht!), sondern auch eine junge Frau an einer Flasche Cola nuckelt und verstirbt. Ihren mißlichen Zustand nutzt Geheimagent Roger Browne (der Spion mit dem größten Gesicht Italiens, von der Seite die reinste Halbmondsichel!), um ihr eine Art Massagestab aus der Tasche zu stibitzen. (Merksatz im Rechtschreibelexikon: "Ich habe meiner Schwester eine Praline stibitzt.") Der Dildo ist aber in Wirklichkeit ein Elektroskometer, mit dem man auf Nuklearbasis das Harz an Bäumen messen kann. Wieso Roger daraufhin von seinem Boß rund um die Welt geschickt wird, kann nur vermutet werden - zu zerfurcht von Bildsprüngen und Schnitten ist die Kopie. Der "Film-Dienst" sprach seinerzeit von "schier ununterbrochenen Grausamkeiten". Auf Video kann man nur noch von "schier" reden. Schreibt man nach der "neuen deutschen Rechtschreibung" (=von Idioten für Idioten) die Mehrzahl (=Meerzahl?) von "Ski" jetzt genauso? Mal nachschauen... aber nein, ich bleibe hängen, und zwar an dem Wort "Schlangengurke"! Igitt...
Meiner persönlichen Interpretation nach ist Agent Browne auf der Suche nach dem Grund für sein großes Gesicht. Er recherchiert in Paris, in Brüssel und schließlich in Athen, wo er verschiedene Leute kaltblütig erschießt. Einer davon ist ein ghanesischer Rollstuhlfahrer; ein rechter Grimmbo noch dazu. Feindliche Agenten hetzen ihn, wo immer er auftaucht, aber das ist eben das Los von James Bonds Nacheiferern. Verfolgungsjagden finden statt an illustren Plätzen wie dem Brüsseler Prater (heißt das da so?) und dem athenischen Hafen Piräus. Roger stößt schließlich auf einen griechischen, aber verwirrenderweise von einem Türken geführten Blumenladen, in dem die Asiatin Yoko Tani arbeitet. Ihr Boß ist der "Drache von Kong-Fu" und stellt sich als Rogers Boß heraus, der einen schwunghaften Handel mit Massagestäben betreibt, die offensichtlich in Yuccastauden geschmuggelt werden. Sal Borgese taucht auch wieder auf und trägt hier gar ein Hörgerät im Ohr. Vielleicht lief während der Dreharbeiten auch nur AS Rom gegen Inter. Roger versucht schließlich, über einen besonders bösen Bildsprung hinüberzusetzen und verschwindet in der Spalte. Schier halt.

MISSION GEILER NIKOLAUS

Wer sich einen Giorgio-Ferroni-Film ausleiht, der tut für gewöhnlich ganz gut daran, denn der dokumentargeschulte Mann lieferte meist Beachtliches. Seine Sandalenfilme gehören etwa zu den besten ihrer Art; die Western machen Spaß; und die beiden Horrorfilme (DIE MÜHLE DER VERSTEINERTEN FRAUEN und NIGHT OF THE DEVILS) bescheren dem Betrachter eine Latte, auf der sieben Raben Platz haben. Was war von diesem Regisseur im Agenten-Genre zu erwarten?
Die Antwort gibt NEW YORK CHIAMA SUPERDRAGO (HÖLLENJAGD AUF HEISSE WARE, 1966), in dem der amerikanische Toughie-Darsteller Ray Danton auf die Pudelquaste drückt. In der ersten Szene dieses vielleicht besten KONVENTIONELLEN Agentenfilmes aus Italien betritt eine Lady in Pink den Garten eines Mannes, der yogarös verrenkt neben dem Swimmingpool ruht. Sie greift zu einem gelegen daliegenden Dolch und piekst den Mann in die Seite. Geheimagent Brian Cooper kriegt aber nichts mit, denn er logiert auf einem fremden Planeten. Erst als sie sein Metronom abstellt, erwacht Ray aus dem Tiefschlaf. Seine Freundin Gabi - Agentin wie er - teilt ihm mit, daß bereits zwei Kollegen dabei ums Leben gekommen sind, als sie versuchten, hinter das Geheimnis einer Schule in Michigan zu kommen. Dort nämlich tragen sich scheußliche Dinge zu: Herzschläge, Depressionen, Schlägereien... Alles das, was in einer Großstadtschule zum Alltag gehört, aber in Michigan eher verärgert. Cooper findet es gar nicht toften, daß man ihn im Urlaub mit derlei Firlefanz behelligt, aber da einer der beiden toten Agenten ein Freund war, willigt er ein.
Die erste Spur führt in eine Bowlingbahn, wo junge Menschen zu wilden Rhythmen ausgelassen tanzen. Jacques Herlin verkauft Kaugummis an Jugendliche, die sich hernach die Rübe einschlagen. Ray will den Mann zur Rede stellen, hat aber nur noch dessen sterbliche Hülle in den Armen. Immerhin bekommt er heraus, daß die Drogen - denn ja, die Kaugummis sind verdrogt - in chinesischen Vasen aus Amsterdam eingeschmuggelt werden. Zusammen mit dem Knastologen Jess Hahn begibt sich Ray ins Land der tanzenden Tulpen und glücklichen Joints.
Als Kontaktperson stellt sich Marisa Mell heraus, die den Codenamen "Rembrandt 13" hat. (Ach ja, Rays "nome dell'arte" ist natürlich "Superdrago"; für einen nicht genannten Fußballtrainer slawischer Abstammung wäre das ein guter Spitzname gewesen!) Da ihm die taube Margaret Lee auf dem Dach nicht so lieb ist wie Marisas Spatz in der feuchten Patschehand, wird erstmal satt gebürstelt. Ein Millionär namens Lamasz (Lahmarsch?) steckt den Kopf zur Tür rein und möchte auch in den Fall verwickelt werden. Kann er haben: Er steht einer Verbrecherorganisation vor, die mit Hilfe einer neuen, nicht detektierbaren Droge "eine neue Ordnung, die alle glücklich macht" errichten will. Zu diesem Behufe hat man die Teenies im College als Versuchskaninchen mißbraucht. (Wozu sind Teenies sonst auch gut?) Bis Ray aber den Geheimbund gesprengt hat, vergehen viele muntere Minuten, in denen Ray u. a. in einen Sarg gesteckt und versenkt wird; ein Salon durch Zuführung harter Drogen zu einem Saloon wird; und Bösemännchen Marco Guglielmi auf seiner eigenen Stromfolter gebraten. Guglielmi (der ein ziemlich unglaubliches Gesicht hat) begleitete Regisseur Ferroni bereits bei den VERSTEINERTEN FRAUEN nach Holland. Danton erlebt hier (nach Francos LUCKY EL INTREPIDO) den zweiten Maskenball des Jahres 66. "Rembrandt 13" ist natürlich eine Fälscherin und muß dafür bezahlen. Margaret Lee zeigt leider kein nacktes Fleisch; täte sie dies, so hätte der Zuschauer auch hier ihre riesigen Brustwarzen bewundern können, die der Traum eines jeden Mamillenschneiders sind. Die Droge trägt übrigens den tollen Namen "Synchron"; es gibt auch ein Gegenmittel, das folgerichtig "Antisynchron" heißt und leider nie an Rainer Brandt ausgeteilt worden ist. Bevor die Welt synchronisiert werden kann, ist der Film zu Ende und läßt den Zuschauer mit der Frage zurück, ob der tolle Score von Benedetto Ghiglia mal auf LP erschienen ist. Die Antwort muß lauten: Ja.
Urteilt man allein aufgrund der allgemeinen handwerklichen Sicherheit, so ist SUPERDRAGO bestimmt der beste Film seiner Gattung. Ferroni hatte während seiner Schaffensperiode nie einen Durchhänger. Lediglich sein Schwanengesang - der 1975 hergestellte ATTENTI, RAGAZZI...CHI ROMPE, PAGA (deutscher Videotitel: DIE FUNNY-DRIVERS!) - ist eine türkische Bombe von einigen Gnaden. Alle anderen Ferronis sind absolute Kracher. Zu Ray gleich noch mehr.

KOMMANDO SCHWARZER PETER

Selten, ja selten hat es mir solche Schwierigkeiten bereitet, einen Text anzufangen wie die Agentenstory. Das liegt wohlgemerkt nicht an den zu behandelnden Filmen. Viel eher gibt es im Leben eines jeden kreativen Menschen Perioden, in denen sich das Gehirn in eine träge, fettige Wurst verwandelt, die nutzlos in der Schädelkapsel vor sich hin siecht. Ständig auf der Suche nach einer Entschuldigung, die drohende Arbeit hintanzustellen, ergibt sie sich schließlich der Schande der Untätigkeit.
Eine ähnliche Wurst muß wohl auch Rick van Nutter in seinem Kopf gehabt haben, wenn auch aus anderen Motiven. Denn nach seinem Auftritt als Felix Leiter in THUNDERBALL fiel für diesen vermutlich angelsächsischen Akteur der Vorhang, zumindest im Hinblick auf internationale Großproduktionen. In ungefähr einer Handvoll italienischer Filme (zumeist Western) dümpelte er noch ein wenig herum, bevor er dann endgültig im Morast der Anonymität versank. Vielleicht bremste die Flasche seinen Niedergang, so daß der Fall nicht allzu schmerzhaft war...
In UN COLPO DA MILLE MILIARDI (TURKISH CONNECTIONS, 1966) von Paolo Heusch hatte Ricky Gelegenheit, von der zweiten Agentengeige zum ersten Violinisten zu avancieren: Als Ted Fraser ist er Geheimagent CD7, dem es obliegt, das Verschwinden eines Technikers zu untersuchen, der in einem geheimen Forschungslabor tätig war. Nachdem es "Puff" gemacht hat und einige Laboranten den VIRUS-Effekt kennengelernt haben, hat der geflüchtete Fulton das Geheimnis der Gamma-Strahlen in seinem Körper. Die Spur führt nach Istanbul, wo Rick sofort in der Hafenkneipe "Paradies auf Erden" landet, die von Ex-Franco-Darsteller Alberto Dalbes geleitet wird. Hauptattraktion der Kaschemme ist die hübsche Princy (Marilù Tolo), die - eigentlich Tochter eines reichen Reeders - sich im Abschaum der Menschheit suhlt und sich - oh Schreck! - dabei auch noch richtig wohlfühlt. Rick merkt, daß ihn das mißratene Gör weiterbringen kann, boxt sich mit einem schwarzen Loddel herum und schleppt dann die vollkommen ausgepowerte Princy nach Hause: Deadbeat at Dawn.
Reederpapa Theolodzpoulos (oder so ähnlich) wird vom verdienten Eduardo Fajardo gespielt und ist begnadet widerlich. Tatsächlich hat der böse Oheim mit seiner Stieftochter ein schmuddeliges Verhältnis angefangen und hält sie auf Drogen. Sein böser Plan, so stellt sich heraus, umfaßt die Kaperung eines Urandampfers, mit dessen Hilfe dann der gesamte Suez-Kanal verstrahlt werden soll... Ob Reeder wirklich solche skrupellosen Menschen sind, weiß ich nicht; da kann ich nicht mitreeden. (Ja, man muß schon tief in die Kiste der Plattheiten greifen, um sich aus einem kreativen Loch emporzuwuchten!) Wird Agent CD-ROM es schaffen, die Urin-Verstrahlung unserer beschneidungswütigen Ägypterfreunde zu verhindern? Und hat Rick die Marilù gebürstelt? Fragen über Fragen, die hier nicht beantwortet werden wollen.
Rick nestelt die ganze Zeit über nervös mit seinen Händen herum und schaut mißgelaunt. Vielleicht ist ihm das Gespenst seiner Vergessenheit bereits im Traume begegnet. Marilù gibt hier eine ihrer Sixties-Schlampen, wie nur sie sie zu geben vermochte. In den Siebzigern verlegte sie sich auf Seventies-Schlampen. (Das war wieder einer für die kreative Kiste!) Philippe Hersent spielt den Ex-Nazi-Wissenschaftler Gottlieb (in der deutschen Fassung heißt er Jankowicz, wieso nur, grübel...), der auch gern mal gesunde Patienten mit Krebs total dichtstrahlt. Abgesehen von einigen törichten Dialogpassagen ("Die Dummköpfe nehmen den Tod ernst - im Grunde ist er etwas vollkommen Harmloses!") präsentiert sich der Film relativ ernst und fällt angenehm aus dem kalauernden Rahmen. Irritierend der ehemalige deutsche Kinotitel FRAUEN ALS KÖDER FÜR CD7, der nun wirklich gar keinen Sinn ergibt. Regisseur Heusch (spricht sich aus, wie er sich schreibt) ist eh ein verläßlicher Kunde und steht meist für gutes Handwerk mit realistischen Kanten. (Auf sein Konto geht auch der erste italienische SF-Film, LA MORTE VIENE DALLO SPAZIO, von 1958.) Angemerkt sei auch, daß Piero Umiliani ("Mahna-mahna, da-dü-da-dibbi...") eine gewohnt hörbare Schubidu-Musik liefert, deren Höhepunkt ein Schluchzer namens "L'alba viene a cercare te" ist. Das Lied ist angeblich als Single erschienen, wurde aber das letzte Mal in einem Eskimoiglu im Beringmeer gesichtet. Immerhin, seinen prachtvollen Soundtrack zu Scattinis Mondo-Film SVEZIA, INFERNO E PARADISO kann man sich noch kaufen: 70 Minuten fröhlicher Leichthör-Musik zum Mitsteppen, inklusive des ursprünglichen "Mahna-Mahna"... Das singt auch der Rick, und zwar bis zum heutigen Tag!

TODESCHIFFRE NASSER SACK

Ein Mann betritt ein Pfandhaus. Es handelt sich nicht um eine Person, die den unbescholtenen Betrachter sofort mit viel Hoffnung für die Zukunft ausstattet: grimmige, hagere Züge; hellblondes, fast weißes Haar, eine Seite new-wavig über das Gesicht fallend; ein Geigenkasten in der Hand. Und tatsächlich, aus eben diesem Geigenkasten fördert er eine dicke Wumme zutage und macht den alten Pfandleiher hin. Im Hintergrund nudelt ein Fernsehgerät und berichtet von dem Boxkampf Rollin gegen Troller (!), bei dem zwar niemandem das Ohr abgebissen wird, aber es geht auch so hoch her: "...Beinarbeit, die den bulligen Neger sichtlich nervös macht." Hui, mich machen solche Synchros auch sichtlich nervös. Hier schüfe eine Prise Antisynchron Abhilfe. Immerhin setzt der Killer beim Rausgehen einer Papststatuette den Kopf auf!
Schwenk auf den Kampf selbst. Der britische Geheimagent Ralph Lester ist offenbar Boxfan und fühlt sich wohl. Unruhe kommt auf, als ein Freund von Lester Ärger mit dem dubiosen Mr. King bekommt, dem er Geld schuldet. Lester versucht zu intervenieren, aber King ist ein Mann ohne Herz. Geschoben ist der Kampf auch noch.
Ein Dollar verrät Lester, daß hier eine Verbindung zu einem offenen Fall vorliegt. Sein Boß weiß zu berichten, daß sogar das Kennedy-Attentat involviert ist. Was allerdings King mit der Sache zu tun haben könnte - der ein hohes Tier bei der US-Raumbehörde ist -, ist ungewiß. Nachdem Lester den Albinokiller aus dem Fenster geworfen hat, begibt er sich nach Barcelona, wo Barbara, Trägerin eines der mysteriösen Dollar-Scheine, gesichtet wurde. Bei seinem Tun unterstützt ihn ein als besonders säulenheilig verschrieener Kollege - Deckname "Der Priester" -, der sich als hübsche Frau entpuppt. Großartig ist hier die Szene, in der Lester die hübsche Barbara abschleppt: Er gibt ihr Feuer, schaut ihr in die Augen und führt sie wortlos von dannen. Daraufhin labert er ihr die Tasche voll - "Ich bin ein unglücklicher Verehrer von Mannequins" ist da noch das Brauchbarste - und schleckt sie ab. Poppen kann er sie allerdings nicht mehr, da auf einmal "Der Priester" im Zimmer steht, und da kann natürlich keiner mehr! "Amerika hat die Frauen ruiniert und logischerweise sind jetzt die Frauen dran und ruinieren Amerika!" lautet sein Kommentar.
Gemeinsam werden die beiden dann von "Madame Null" gekascht, die sich mit lauter Frauen umgibt und nicht nur darin Lester nicht ganz unähnlich ist: Beide sind Söldner, die das machen, wofür sie bezahlt werden. Beide würden nicht zögern, sich gegenseitig umzupusten, sollte dies der Auftrag erfordern, aber zwischen beiden besteht auch eine gegenseitige Achtung voreinander.
Tatsächlich aber geht es um eine Geheimorganisation namens "V3", die gleichzeitig Moskau, Washington und Berlin-Zehlendorf erpreßt: Jede Nuklearrakete kann von den Dunkelmännern ausmanövriert und für eigene Zwecke mißbraucht werden. Man verlangt die bedingungslose Kapitulation. Kann Agent Lester die Welt vor Dr. King und seinen schwarzen Horden retten?
SICARIO 77 VIVO O MORTO (SICARIO 77 - DAS GEHEIMNIS DER TÖDLICHEN STRAHLEN, 1966) ist eines der drei Meisterwerke, die Mino Guerrini um diese Zeit verbrochen hat. Ich zögere nur deswegen, ihn als besten Agentenfilm der italienischen Produktion zu bezeichnen, weil er handwerklich dermaßen ausgefallen operiert - fast schon experimentell -, daß er wirklich eine Klasse für sich bildet. Vergleichbar ist er am ehesten mit Guerrinis OMICIDIO PER APPUNTAMENTO (AGENT 3S3 SETZT ALLES AUF EINE KARTE), in dem ebenfalls mit deutlichen Anleihen bei der französischen "Nouvelle Vague" eine schwarze Gangsterstory erzählt wird ohne Wenn und Aber, unterstützt von einem guten Fernando-di-Leo-Drehbuch. Der visuelle Stil von SICARIO 77 ist total abgefahren: Schwenks, handgehaltene Verfogungsjagden, bizarre Winkel - super! Da macht die Verbrecherhatz Spaß... Eine gewisse visuelle Verliebtheit mit spiegelnden Oberflächen war auch in Guerrinis GANGSTERS 70 (GANGSTER STERBEN EINSAM) feststellbar. Die erstklassige Kameraarbeit (deutsche Fassung segensreicherweise letterboxed, sonst hätte man da überhaupt nichts mehr erkannt!) stammt von Camillo Bazzoni und Vittorio APOCALYPSE NOW Storaro. Wie in den anderen Guerrinis geht es vergleichsweise herb zur Sache: Einer der Untergangster hat eine Peitsche mit Haken dran, mit dem einem Agenten ein Auge rausgekloppt wird, der dann auch die ganze Schlägerei lang wild herumheult. Zu den weiteren Attraktionen gehört eine spannende Seilbahn-Verfolgung und die aufregende Finaljagd, die in der berühmten Kathedrale Sagrada Famiglia in Barcelona gefilmt wurde - total chefig. Lester wird gespielt von dem Amerikaner Robert Mark, der übrigens bitte nicht zu verwechseln ist mit Robert Widmark alias Alberto dell'Acqua, einem Mitglied einer Familie von Zirkusakrobaten. Mark hat nur in wenigen Western und zwei, drei anderen Sachen mitgespielt. Eine totale Sensation ist aber der Advokat des bösen King, denn der wird gespielt von Demofilo Fidani, sonst im Regiestuhl zu Hause! Als böser Dr. Krauss hat auch Luciano Rossi noch einen Kurzauftritt; er taucht auch in OMICIDIO kurz auf und wird dann vom Dach geschmissen oder so was Feines... Die Filmmusik ist vorwiegend jazzlastig und immerhin singlemäßig verwertet worden. "Es gibt keine Ideale mehr" ist ein Dialogsatz. "In unserem Beruf sind die Verrückten an der Tagesordnung" ein anderer. Beide geben gut die desillusionierte Grundstimmung eines aufregenden Actionkrachers wieder, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Wenn man grundsätzlich noch kein Interesse an diesem Genre gehabt hat, wäre SICARIO 77 ein blendender Einstieg.

PASSWORD FEUCHTER EBER

Ein hübsches Beispiel italienisch-spanischer Freundschaftskultur ist auch Giorgio Steganis 1966 herausgekommener AGENTE LOGAN MISSIONE YPOTRON (MIKE MURPHY 077 GEGEN YPOTRON). Die erste Frage, die der Film aufwirft, hat mit dem titelgebenden Agenten zu tun, denn Luis Davila (Pseudonym: Luis Devil) heißt in der deutschen Fassung "Mike Murphy". Besagter Murphy wird in der Sommerhitze seiner Ferien besucht von einem Kollegen, aber auch dieser Kollege heißt nicht Logan, sondern Wilson. Wie es scheint, ist der berühmte Professor Morrow von Unholden gekascht worden. Murphy ist Morrow freundschaftlich verbunden, da ihm dieser einst das Leben rettete: Ein fieser Wissenschaftler namens Leikmann (ein Name, der Assoziationen weckt) wollte Murphy einst ans Leder, um ihn für unmenschliche Versuche zu mißbrauchen. Durch Morrows beherztes Eingreifen konnte dräuendes Unheil abgewendet und Leikmann unschädlich gemacht werden. Morrow-Töchterlein Jean sieht aus wie Audrey Hepburn mit Zöpfen und will Mike dem Murphy zu Beginn nicht so recht vertrauen. Natürlich steht sie bereits in Kontakt mit den Entführern, will aber das Leben des Oheims nicht durch Gequatsche gefährden. Murphy gelingt es aber trotzdem, den Bösewichten auf die Spur zu kommen. Diese führt zur Weltraumkapselfabrik (haben wir hier auch um die Ecke!) "Monosabre", wo Mike eine Führung mitmacht und sofort im Schwerkraftsimulator landet. Bevor aber Mikes Innerstes nach außen gekehrt werden kann, erscheint Franco-Aktrice Janine Reynaud (mit blonder Perücke) und befreit den gebeutelten Meisterspion.
In Gestalt von Argentinier Alberto Dalbes ist sogar noch ein zweiter Francomane dabei, als böser Chef des Versuchslabors "Indra". Er steckt knöcheltief im bösen Spiel, ist aber schließlich, wenn die Rechnung präsentiert wird, nur für einen Trostpreis gut. Auch Janine wird von einem Todesstachel dahingerafft, der seine Opfer in einen Lähmungszustand verfallen läßt, der wenig Spaß zu machen scheint und mit dem Tode endet. Am Schluß schaut dann auch noch der gute Leikmann rein, alle schütteln sich nett die Hände und ballern sich dann über den Haufen.
Jau! Das erfreulichste Element dieses sehr ordentlichen Agentenfilmes ist Nico Fidencos tolle Musik, mit einer ewig wiederkehrenden E-Gitarre, die lauter wimmert als ein ganzer Schwarm Klageweiber. Unter den Toughies des Filmes befindet sich Luciano Pigozzi, häufiger Margheriti-Mitstreiter mit dem ganz speziellen Gesicht, der hier meistenteils ausschaut wie ein grummeliger Fisch. Fernando Bilbao ist sowas wie Spaniens Antwort auf George Eastman; ja, auch er arbeitete mit Franco zusammen und zwar als Frankensteins Monster! Von Franco wird übrigens demnächst bei "Crippled Dick" eine CD mit Jazzmusik erscheinen. Die Musik ist sehr fein und enthält unter anderem eine Version von Daniel Whites schöner Musik zu LA COMTESSE NOIRE. Mr. White ist übrigens gerade verstorben - Friede seiner Asche.
Stegani begann seine Karriere mit einer persönlichen Empfehlung von niemand geringerem als Jean Renoir, die ihn in eine längere Zusammenarbeit mit Giorgio Ferroni führte. Am besten gelungen sind Stegani seine Western (u. a. GENTLEMAN JO...UCCIDI! mit Anthony Steffen). Später drehte er einen sozialkritischen Film mit Ornella Muti (IL SOLE NELLA PELLE/ZU TODE GEHETZT), einen erotischen Film mit Eleonora Giorgi (DISPOSTA A TUTTO) und den recht sleazigen MILANO: IL CLAN DEI CALABRESI, in dem Mafiaboß Antonio Sabàto auf seiner Flucht vor Polizei und befeindeten Gangstern in ein Versuchslabor gerät, sich da infiziert und eine Seuche verbreitet... Zuletzt hörte man von Stegani als Drehbuchautor bei einigen der besseren Episoden von Lamberto Bavas unveröffentlicht gebliebener Thriller-Reihe ALTA TENSIONE. Details zu diesen Filmen findet man in einem gerade erscheinenden Buch über italienische Horrorfilme, DAS WILDE AUGE, Corian-Verlag - Autor habe ich vergessen.

GEHEIMAUFTRAG SAFTQUALLE

Nicht nur im Westerngenre leisteten sich italienische Produzenten zahlreiche Zusammenarbeiten mit den westgelegenen Mittelmeerkollegen. Auch Italiens Spezialagenten vertauschten an und ab ihre blutverschmierten Makkaroni mit leckerer Paella. Man nehme etwas Reis, füge saftigen Safran hinzu, schnibbele Fisch, Muscheln und weiteres Geschnetz hinzu - da läuft einem jeden doch das Wasser im Munde zusammen!
Nur am Rande agentös, aber extrem empfehlenswert ist der 1967 hergestellte IL SAPORE DELLA VENDETTA (span. PERSECUCION HASTA VALENCIA) von Julio Coll, der bei uns unter dem Videotitel KILL BUSTERS (grummel!) seine Erstveröffentlichung erfuhr.
Hauptdarsteller Tom Tryon ist ein ganz faszinierender Fall für sich, da dieser amerikanische B-Darsteller später zum erfolgreichen Bestsellerautoren avancierte und u. a. die Vorlagen fertigte zu dem kreuzunheimlichen Horrordrama THE OTHER und Billy Wilders Mystery FEDORA. In KILL BUSTERS (angeblich auch als DIE BLUTSPUR erhältlich) spielt er den ehemaligen Interpolagenten Harry Bell, für den auf Geheiß seiner schmuddeligen Vorgesetzten einst die Glocke läutete, und für Harry hieß das drei Jahre Knast. Was Wunder, daß sein Herz nicht mehr für den Staatsdienst schlägt. Für teures Geld verdingt er sich stattdessen bei dem zwielichtigen Mafioso Marco, der mächtig in der Patsche sitzt: Andere Dunkelmänner haben sich mit einer dicken Drogenladung davongemacht, die für Marcos Geschäftspartner bestimmt war. Wenn Marco den Stoff nicht wieder auftreiben kann, dann läutet für ihn eine Glocke ganz anderer Art. Harry, obwohl nicht gerade ein Freund des Gangsters, kann die Kohle gut gebrauchen und willigt ein.
Zuerst führt die Handlung nach Barcelona, wo Harry nicht nur katalanischen Schönheiten nachsteigt, sondern in der Privatwohnung eines kleinen Ganoven die Hippiebraut Jill kennenlernt, die sich in ihrer unkomplizierten Art selbst eingeladen hat. Diese vorlaute Rothaarige hat echte Autoritätsprobleme, die auch dem eher machomäßig eingestellten Harry voll auf die Nerven gehen. Natürlich läuft er ihr ständig über den Weg, bis er sich schließlich dazu entschließt, sie zu seiner Privatsekretärin zu machen. Vorher wird er aber noch ein bißchen zusammengedroschen (man will dort ausprobieren, ob er gut brennt) und lernt einen Interpolagenten namens Max Meishofer kennen, der zwar wie er hinter der Sore her ist, aber irgendwie auch ganz okay. Die Spur führt Harry bald nach Roma, wo eine internationale Transportfirma den Deckmantel für das Drogengeschäft abzugeben scheint. Zwischendurch muß dann Interpol-Maxe die Meisen von unten betrachten, was Harry wurmt. Aber der Tote gibt ihm den wichtigen Hinweis, daß der große Boß auf einer Orangenplantage in Valencia zu finden ist.
Der Film ist wesentlich besser als Colls andere Europroduktion in diesem Feld, SECHS PISTOLEN JAGEN PROFESSOR Z., die unter anderem mit Klausjürgen Wussow geschlagen war. Vielleicht ist es das ausgesprochen gute Drehbuch (von Sergio Donati und Vielschreiber Santiago Moncada), das KILL BUSTERS zu einem echten Knaller werden läßt, denn der Film funktioniert jenseits des reinen Spektakels auch ganz gut als Drama - selten in diesem Genre. Die sehr ungewöhnliche Beziehung zwischen Agent-Gangster Harry Bell und seiner Hippiefreundin ist eindeutig Vater-Tochter-konnotiert, läßt aber gleichzeitig durchscheinen, daß das Mädchen in seinem freiheitsdurstigen Idealismus dem zynisch gewordenen Helden einiges voraus hat. Sie merkt, daß er gefangen ist "in irgendeiner furchtbaren Falle". Er selber gerät jedenfalls mächtig ins Wanken. Zuerst noch reiner Realmensch ("Bist du moralisch?" - "Ich weiß gar nicht, was das ist!"), spürt er, daß ihm etwas Wesentliches verlorengegangen ist. Auch die Beziehung zum "guten" Interpolagenten Meishofer - obwohl grundsätzlich gewohnte "Buddy"-Kost - hat ungewöhnliche Subtilitäten, die sie glaubhaft und interessant machen. Unter den Schauspielern stechen hervor: Lorenza Guerrieri, hübsch wie die Sünde, als Hippienixe; Westernspezi Mirko Ellis als Interpolizist; und Fiesnik Franco Ressel in gewohnter Form als Marcos böser Partner. Die Musik von Marcello Giombini ist eine seiner besten - Höhepunkt sicherlich die Durchführung von Lorenzas Liebesthema als Hippiesong am Strand, der sich wie ein Westernschluchzer ausnimmt und echten Mitschnipscharakter besitzt. Produzent Manuel Cano inszenierte später den Greenwood-Kultknüller DER SUMPF DER RABEN, der neben einer unglaublichen Synchro auch eine echte Autopsie besitzt. Es gibt viele gute Gründe, sich KILL BUSTERS anzuschauen. Ach ja, und er leistet sich sogar den Luxus eines tragischen Endes...
Ein anderer guter Spanierfilm ist HALLO WARD...E FURONO VACANZE DI SANGUE! (1967) von Julio Salvador, der bei uns im Kino als DER TOD FLIEGT NACH JAMAIKA lief und auf Video DER JÄGER heißt. Der Film beginnt etwas durchwachsen in einem Parodiemodus, der etwas an Maxwell Smart erinnert und Böses erahnen läßt, zumal Hauptdarsteller Ray Danton überhaupt nicht geeignet ist für Stolperhumor. Danton ist einer von B-Hollywoods angenehmeren Toughiedarstellern gewesen, der mehr als einmal Gangster mimen durfte (am gelungensten vielleicht in THE RISE AND FALL OF LEGS DIAMOND von Bud Boetticher) und sicherlich als Rauhbein extrem glaubhaft agierte, da er nicht nur sehr cooles Gebaren, sondern auch ein prägnant geschnittenes Gesicht zu seinen Vorzügen zählte. Hier stolpert er also zuerst einmal durch die Gegend, verliert sofort seinen Job als Hoteldetektiv, wird aber von einem Freund namens Pinky nach Kingston auf Jamaika gerufen, wo die Palmen sich wiegen und der Rum ein frohes Lebensgefühl verbreitet. Bei Pinky hilft aber auch Rum nichts mehr, denn ein böser Mensch hat ihn blutig abgemessert, als Danton eintrifft. Selbstverständlich gibt der Film von hier ab Gas und läßt Ray mit zahlreichen Bäddies kollidieren, darunter dem stets gern gesehenen Luciano Pigozzi, dem Peter Lorre des italienischen Kinos. Die Musik von Morricone-Gitarrist und GOOD-BAD-UGLY-Pfeifer Alessandroni ist nicht sehr einheitlich, aber sehr abwechslungsreich. Bei diversen Verfolgungsjagden malträtiert er seine Gitarre, daß es nur so eine Art hat.
Nach diesem (übrigens von Mario Siciliano koproduzierten) Reißer begab sich Danton wieder nach Amerikanien, wo er u. a. die Horrorfilme THE DEATHMASTER und PSYCHIC KILLER drehte, die beide nett anzusehen sind. Auch der mit Salvador zusammen gedrehte CRYPT OF THE LIVING DEAD ist gar nicht so schlecht. Dantons Tod - ich weiß nicht, ob der schon stattfand, aber diesen Kalauer lasse ich mir nicht entgehen!

OPERATION TOTER TRUTHAHN

Wühlt man ein kleines bißchen im deutschen Kino der sechziger Jahre herum, so findet man eine Vielzahl höchst unterhaltsamer Spannungsfilme. Einige von diesen, wie etwa diverse Mabuse-Filme, waren Ko-Produktionen mit Italien. Am bedeutsamsten von diesen teutonisch-romanischen Zungenküssen waren jedoch sicherlich die Filme der "Kommissar-X"-Serie (basierend auf der populären Groschenromanreihe von Bert F. Island), in der der smarte Frauenliebling Joe Walker durch die pittoreske Vielfalt dieser Erde jettete, stets verfolgt von dem ihm in treuer Haßliebe zugetanen Captain Rowland. Der erste Film der Serie war DODICI DONNE D'ORO (KOMMISSAR X: JAGD AUF UNBEKANNT, 1965), inszeniert von Actionspezialist Gianfranco Parolini. In der Folge entstanden vier weitere Filme, die in Deutschland teilweise als Werke von Parolini, teilweise als Rudolf-Zehetgruber-Arbeiten ausgegeben werden. (In den Italo-Credits fungiert "Cehett Grooper" nur als Regie-Assistent, und das auch nur hier und da.) Danach kam ein relativ schwacher Film von Roberto Mauri, bevor die Reihe mit dem unbedeutendsten Film 1971 verabschiedet wurde, inszeniert von dem sonst sehr verläßlichen Harald Reinl.
Mein persönlicher Liebling ist der 1968 gedrehte GANGSTERS PER UN MASSACRO (KOMMISSAR X: DREI BLAUE PANTHER), der auch in der deutschen Fassung als Parolini durchgeht. Am Anfang dieses konsistent unterhaltsamen Filmes fährt ein Auto durch kurvenreiche Landschaft. In dem Wagen befindet sich der fiese Verbrecher Arthur Tracy, nebst einigen Polizisten. Doch schon knallen die Kanonen: Böse Menschen brauchen Tracy zur Durchführung ihrer finsteren Pläne. Geraubte Juwelen sind mit im Spiel.
Die Szene wechselt nach Calgary in Kanada, wo gerade eine Weltausstellung die Touristen anzieht. Das Morddezernat New York hat Captain Rowland just in dieses bunte Getümmel hineingeschickt, um Tracy dingfest zu machen. Wie sehr ihm aber auch die gefährlichen Verbrecher mißfallen - den größten Schock erlebt er, als er auf einen alten Bekannten stößt: Joe Walker, Privatdetektiv! Von der Versicherungsgesellschaft beauftragt, hat sich auch Joe an die Fersen des Unholdes geheftet. Wie immer, so ist er auch hier seinem Kollegen eine Nasenlänge voraus - sowohl bei den Frauen als auch in dienstlicher Hinsicht. Denn Joe hat bald erkannt, daß Arthur einen netten Zwillingsbruder hat, mit dem er die Rollen getauscht hat. Bis dann aber die Fronten geklärt sind, vergehen noch viele spannende Minuten.
Parolini ist ein altes Schlachtroß, was aktionsbetonte Stoffe angeht. Seinen ersten Film drehte er bereits 1953, aber seine Karriere hob erst 1961 ab, als er den ersten SANSONE des Peplum-Kinos drehte. Außer einigen weiteren Sandalenfilmen und den KX-Filmen machte er noch diverse gute Western (z. B. SARTANA - BETE FÜR DEINEN TOD und die drei SABATA-Filme), bevor er in den Siebzigern mit einigen Haudrauf-Komödien seiner Karriere ein mittelmäßiges Ende setzte.
Der Amerikaner Brad Harris (Titelheld von SANSONE) begleitete Parolini durch bemerkenswert viele Filme. Am glücklichsten besetzt war der Amerikaner jedoch in den KX-Filmen, wo sein leidender Muskelmann Rowland einen lustigen Kontrast zu dem quirligen Tony Kendall alias Luciano Stella darstellte. Die Besetzung dieses Filmes ist ohnehin mehr als dankbar: Die Zwillingsbrüder werden gespielt von Franco Fantasia, der in unzähligen Abenteuerfilmen dabei war (manchmal als Waffenmeister, manchmal als Darsteller) und einigermaßen leicht zu erkennen ist; die rätselhafte Frau vom "guten" Fantasia wird gemimt von der umwerfenden Erika Blanc, Siegfried Rauch spielt den Unterbösewicht; und an dessen Seite ist da noch ein bulliger Gangster namens Smoky, der ständig eine Fluppe im Maul hat und im übrigen von Parolini selber gespielt wird! Zu den erinnerungswürdigsten Szenen gehört der flotte Rodeoritt von Harris bei der Stampede in Calgary; eine Balzszene, in der Kendall versucht, die hübsche Corny Collins rumzukriegen; eine wunderschön unrealistische Karaterangelei in einem Yachtclub; und die abschließende Keilerei in einem Sägewerk. Die ungewöhnlich gute Musik stammt von Marcello Giombini, der bei LA BESTIA NELLO SPAZIO schon etwas abgebaut hatte. Ko-Produzent Ralph Zucker hat zahlreiche Export-Fassungen von italienischen Filmen erstellt und war der Verlobte des hübschen Starlets Brigitte Skay (aus Mannheim). Zu Zehetgruber möchte ich anmerken, daß ich vermute, daß er tatsächlich die beiden Filme, die ihm hier zugeschrieben werden, inszeniert hat, denn unsere italienischen Freunde sind häufig sehr wohlfeil im Eingemeinden der Filme fremdländischer Regisseure... Außerdem verdient "Rolf Gruber" (wie er in einem KX als Schauspieler heißt) einen Orden für seinen tollen Polizei-Reißer ICH SPRENG'EUCH ALLE IN DIE LUFT! (1968), einer Vorwegnahme des späteren Merli-Poliziesco IL COMMISSARIO DI FERRO - dieselbe Story und viel Gas in den Reifen. Ausleihen! Ach, und Brad wird beim Oktoberfest sein - Näheres in einer späteren Ausgabe...

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Zum Abschluß des Artikels muß unbedingt noch ein Sergio Grieco mit rein, da dieser Veteran italienischer Abenteuerkost in den Sechzigern eine ganze Reihe fröhlicher Bond-Rip-Offs machte (Pseudonym: Terence Hathaway), die alle handwerklich wie spannungsmäßig deutlich über dem Schnitt liegen. Das letzte dieser Produkte war der 1968 gedrehte RAPPORTO FULLER, BASE STOCCOLMA (DER BOSS STRIBT NOCH VOR 12) - für mich der beste Grieco-Agentenfilm.
Ken Clark (amerikanischer Hauptdarsteller u. a. der 077-Filme von Sergio G.) mimt hier den Formel-1-Testfahrer Ken Warth, der für den Autofabrikanten Bennett in Stockholm tätig ist. Zu seinem Leidwesen wird Warth in eine Spionageaffäre hineingezogen, die mit dem Mord an Doppelagentin Greta Fuller beginnt, die einen furchtbar wichtigen Report weiterzugeben hatte. Zum Glück hatten die Gretl und ihr Freund vor, ein wenig zu linken, und so ist der Report nicht in die Hände der Gegenseite gefallen. Doch wo ist der Schnipsel? Die Russen vermuten, daß Ken im Besitz der kostbaren Informationen ist. Dieser weiß nicht, wie ihm geschieht, als er sich im Kreuzfeuer westlicher und östlicher Spione wiederfindet. Wie sich schließlich herausstellt, haben militärische Wirrköpfe ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten vor, der just in London weilt. Zwei Jahrzehnte Entspannung waren halt genug. Die große Frage ist natürlich: Kann der Rennfahrer die ruchlose Tat verhindern?
Tja, das ist jetzt wirklich die Frage! Erster Grund für einen Eisprung ist das hübsche Breitwandformat des Videotapes - durchaus nicht selbstverständlich bei alten "Toppics". Der Titelsong "The Touch of a Kiss" hat echten Mitschnips-Charakter - Trovajoli hat ganze Arbeit geleistet. (Von dem Soundtrack sind drei Tracks auf einer LP erschienen. Umilianis propere Hallo-Musik zu Grieco-Clarks Agentenfalle TIFFANY MEMORANDUM gibt's jetzt gar auf CD.) Neben Clark ist noch ein zweites Kantengesicht zu sehen, als Gegenagent Mac: Paolo Gozlino, der einst als professioneller Tänzer angefangen hat und mittlerweile wieder zur Choreographie zurückgekehrt ist. Pallardy-Spezi Jess Hahn spielt Kens Chef. Die weibliche Hauptrolle wird gegeben von der zuckersüßen Beba Loncar, die zu der Zeit international ein emsiges Bienchen war. Summsumm. Die Szenen in einem schwedischen Badehaus erstaunen durch frühe Oben-Ohne-Szenen (sonst nur noch in Mario Sequis mittelprächtigem DIE KOBRA). Die deutsche Tonspur kalauert fleißig drauflos und gibt uns Zeilen wie "Ich schwinge einen heißen Stab!" und "Aus meiner Angst kannst du drei machen!" Die Brutalitäten sind durchaus von zupackendem Charakter und ließen diesen Film einst in die 18er-Kategorie fallen. Mit Ken Clark, der jetzt in Italien lebt, erscheint übrigens demnächst ein Interview in DRACULINA - eines von mehreren Interviews, die mein Freund Massimo Lavagnini geführt hat. (Andere Opfer umschließen u. a. Sklavenfreund Mario Pinzauti.)
Tja, Griecos Karriere machte dann einen scharfen Knick und führte ihn u. a. ins Nonnenhaus, wo er LE SCOMUNICATE DI SAN VALENTINO drehte, der sich angeblich nicht durch Realismus in der Darstellung des Klosterdaseins auszeichnet. Howard Ross spielte die Hauptrolle in dem Thriller L'UOMO CHE SFIDO L'ORGANIZZAZIONE. Helmut Berger lief Amok in LA BELVA COL MITRA (DER TOLLWÜTIGE). In I VIOLENTI DI ROMA BENE (Holland: TERROR IN ROMA) wird das Gesicht einer jungen Dame über Stacheldraht gezogen - der Film ist nicht so dolle. Und dann war es mit Sergios Karriere und Leben auch schon vorbei: Der grimmige Schnitter machte Schnippschnapp. Und jetzt werfe ich mir eine Kutte über, mache ein ganz grausliches Gesicht und spiele Sensenmann: Schnippschnapp, Artikel, aus ist's mit dir! Was bleibt, ist Luft. Die war auch vorher schon da. Man soll einen Artikel aber nicht auf einer depressiven Note beenden. Deshalb schlage ich jetzt noch einmal eine fröhliche Note an, die dem Leser Mut für die Zukunft geben soll! Denkt Euch also eine fröhliche Note und geht mit Gottes Segen und einem heiteren Herzen in die weite Welt hinein.

Christian Keßler

(Der Artikel erschien zum ersten Mal im September 1997 in der "Splatting Image" Nr. 31.)